Hauinger Buurefasnachtsauftakt 2020

Der neu gestaltete, öffentliche Fasnachtsauftakt 2020 an Dreikönig verlief so wie erhofft. Quer durch alle Altersgruppierungen, egal ob Cliquenzugehörigkeit oder nicht, herrschte eine Harmonie in der überwiegend vollbesetzten Halle, wie man sie sich nicht besser wünschen konnte.

An den Cliquenständen herrschte lebhafter Besuch, und Kinder spielten in der Halle, während die Mitglieder der Rappe-Chlapf-Deufel routiniert die Gäste mit einheimischen Speisen und Getränken bewirtete. Dank sei dem Hauinger Musikverein, dieser spielte zu einem fast 2-stündigen Frühschoppenkonzert unter der Leitung seines Dirigenten Igor Guitbout. Punkt 11 Uhr hob er den Taktstock zu den Klängen des Hauinger Narrenmarsches.

Dieser wurde angeführt von Zunftmeistern, einer bunten Schar von Hästrägern der Hauinger Fasnachtscliquen, die winkend und fröhlich in Richtung Bühne marschierten. Der 1. Zunftmeister Dirk Bender und Zeremonienmeister Ralf Renckly begrüßten die Gäste, gefolgt mit der Präsentation des erstmalig von der heimischen Lasser-Brauerei ausgegebenen „Haugemer“ Buurefasnachtsbier (BuFaBi).

 

Nach dem gemeinsamen Anstoßen auf den Beginn der Alt-Alemannischen Fasnacht mit dem Bu-Fa-Bi spielte der Musikverein bekannte Musikstücke, so wurde auch das „Hauger Lied“ von Richard Nutzinger (1936-1963 Hauinger Pfarrer, Mundart-Dichter, Autor, Präsident des Lörracher Hebelbundes, Hebelpreisträger des Landes BW) angestimmt, und wer es kannte, sang mit („Du lieblig Dörfli Hauge, so heimelig un schön…“). Es entstand die erwünschte lockere Stimmung im Saal.

 

Durch das weitere Programm führte Ralf Renckly mit dem sogenannten Prolog des diesjährigen Mottos (eigentlich nur eine all bekannte banale Feststellung):“OHNI MOOS NÜT LOS“ „…Noch unserem Motto goht nüt uf dere Wält, wotsch was bewirke, bruuchsch halt Gäld…“ mit anschließender Enthüllung des diesjährigen Bühnenbildes (gestaltet von Friedemann Müller/Renate Griesbaum), der Bekanntgabe der anstehenden „Hauger“ Fasnachtstermine und der Neuerungen (Strecke und Ablauf des Hemdglunki-Umzuges mit Absetzung der „Dorfregierig“ vor der Adrüllete).

 

Beginnend mit „Highland Cathedral“, der heimlichen schottischen Nationalhymne, als Dudelsackmelodie 1982 von zwei Berliner Musikern komponiert, gab es anschließend durch die Kinder- und Jugend-Gugge „Ohreputzer“ ordentlich was auf die Ohren. Erstaunlich das musikalische Volumen, das die circa 30 Jungmusiker draufhaben. Der langanhaltende Applaus war wohlverdient.

Bilder und Texte: Dieter Golomb

Im Anschluss betraten zwei jugendlich wirkende Mitglieder der Rappe-Chlapf-Deufel die Bühne und gaben Melodien der Wildecker Herzbuben von sich, was allgemein Begeisterung auslöste – diese Art der Musik ist normal eher den „Gruftis“, den Älteren, vorbehalten, doch die Beiden hatten einen Riesenspaß, auch wie das Publikum mitging, und verließen nach einigen Stücken ohne sichtbare gesundheitliche Schäden wohlbehalten und sichtlich vergnügt die Bühne.

 

Sie ernteten für ihren „Mut“ einen Riesenapplaus der mitsingenden Zuschauer. Die Präsentationsstände der 7 Haugemer Cliquen, die Foto-Box, die Candy-Bar und das Kinderschminken wurde toll angenommen. Man konnte auch den einen oder anderen beobachten, wie er in ein Häs schlüpfte, um sich damit vor der Foto-Box ablichten zu lassen. Insgesamt betrachtet, so Ralf Renckly, war das Wagnis, ein anderes Konzept zur Fasnachtseröffnung zu fahren, schon ein Erfolg.

 

Die Anwesenden waren begeistert von dem neuen Konzept und bestärkten die Verantwortlichen darin, den Fasnachtsstart 2021 ebenso durchzuführen, der dann auch Startschuss zum 60-jährigen Bestehen der Fasnachtsgesellschaft der Buurefasnacht in Hauingen bedeutet. Der Auftakt endete für die rundum zufriedenen Aktiven der Buurefasnacht am späten Nachmittag mit Aufräumen und gegenseitigem Schulterklopfen.

Weitere Neuerungen der „Hauger“ Buurefasnacht

Ab 2020 ist laut Mitteilung der Stadt Lörrach die komplette Sperrung der bisherigen Glunki-Umzugsstrecke auf der Steinenstrasse nicht mehr möglich, zumal auch die Polizei sich personell dazu nicht in der Lage sieht. Das erhöhte Sicherheitsrisiko durch nicht wartende Fahrzeuge, beziehungsweise deren Lenker im vergangenen Jahr, wollte die Fasnachtsgesellschaft zum Schutz der Umzugsteilnehmer nicht mehr eingehen, und man ist gezwungen, eine neue Variante des Hemdglunki-Umzuges zu gestalten.

 

Die Umzugsstrecke wird deutlich verkürzt, die Aufstellung ist wie gewohnt zu Beginn der Hebelstraße/Baumackerweg, führt jedoch aber auf der Hebelstraße über die Rechbergstraße, anschließend auf dem Friedhofsweg zur Steinenstraße, quert diese und stoppt auf dem Parkplatz zwischen Schule und Rathaus. Dort soll dann im Beisein der Umzugsteilnehmer die Absetzung stattfinden, um den Ortsvorsteher zu entmachten. Ist dies geschehen, begibt sich der Zug der Glunkis dann auf der abgesperrten Brückenstraße in Richtung Narrenbrunnen, um der Adrüllete beizuwohnen. Die Absicherung erfolgt insgesamt durch die Freiwillige Feuerwehr Abt. Hauingen.

Dirk Bender und Ralf Renckly:

„Wir hoffen, die Sicherheit für die Teilnehmer des Hemdglunki-Umzuges durch diese Maßnahmen deutlich zu erhöhen und hoffen aber auch, mit dem Sturm auf das Rathaus, die Absetzung unseres Ortsvorstehers öffentlichkeitswirksamer als bisher zu gestalten.“ DieGo

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